Schwarzwaldverein
Willkommen beim
Schwarzwaldverein
Mitglied werden

Verein vor Ort

Radwandern

Wanderkarten 1:25.000

Wanderservice

Wanderakademie


 

Wandern & MTB

Startseite Wandern Wege Naturschutz Heimatpflege Jugend Familie

Leserzuschriften Ausgabe 3/2020



Radfahren
Gemeinsam Natur erleben

 

Kurt Schmidtchen, Lörrach, per E-Mail am 5.9.2020
Zum Schwerpunktthema Rad:                                                                                   

Mit Interesse habe ich die Beiträge über das Radfahren im letzten Heft gelesen. In vielen Bereichen bin ich auch der Meinung dass hier mehr getan werden sollte.

Nur aus meiner Erfahrung der letzten Zeit habe ich in gewissen Bereichen meine Vorbehalte. Ich gebe mal ein paar eigene Erfahrungen zu den Gegebenheiten die für meine Begriffe zu weitgehend sind.
Nicht umsonst gilt bisher die 2mRegel für das Fahrradfahren, oder sind folgende Begebenheiten zukünftig zu tolerieren? Und das auf Wege/Pfaden die gerade mal 50 cm breit sind. Hier kommen einem Radfahrer wie auch Pedelecfahrer entgegen oder man wird überholt. Zumal viele nicht mal eine Klingel haben, wäre aber Vorschrift.

Folgende Begebenheiten habe ich in den letzten Wochen selbst erlebt.
1. Belchen Steig, Strecke Wiedener Eck – Kinne, nicht auf den ausgebauten                       Wegen, sondern auf den zum Teil sehr schmalen Wegen,
2. Schluchtensteig, Strecke Wehratalbrücke – Alter Kohlplatz- Wehr, dasselbe Problem
3. Hausen/Wiesental über Bloßberg zur Hohen Möhr

Ich meine dass da doch etwas schief läuft. Wenn die Radler aufwärtsfahren geht es ja noch, da kann man evtl. ausweichen, in der Regel sind sie ja dann nicht so schnell.
Das ändert sich schlagartig, wenn abwärts fahren. Sie sind zu schnell auf diesen schmalen Wegen und das abbremsen funktioniert auf dem Untergrund auch nicht so wie es dann erforderlich wäre.

Hier sollte nachgedacht werden wie eine gegenseitige Duldung möglich ist.

Es sollten nicht erst entsprechende Unfälle passieren müssen um eine vernünftige Lösung zu finden.
Ich halte die 2 m Regelung grundsätzlich nicht für falsch, auf einer schmalen Straße kann auch kein LKW fahren. Beim Rad Trail in Todtnau hat ein Wanderer auch nichts zu suchen

Rudi Karcher, Bühlertal, per E-Mail am 29. August 2020
zum Artikel „Zähes Ringen ums Landschaftsbild - Schwarzwaldverein siegt vor Gericht“

Ich kann die Meinung des Schwarzwaldvereines als Aktiver und Wanderwart nicht teilen.
Die Aussagen: "Wir sehen mit dem Bau von Windrädern auf dem Kutschenkopf das typische Landschaftsbild des Renchtales gefährdet".
Und: "Eine typische von Landwirtschaft und Hochwald geprägte, touristisch wertvolle Gebirgslandschaft mit freien Aussichten auf Schwarzwald und Rheinebene". Diese Aussagen sehen aber nur die eine Seite der Medaille.

Ich schaue tagtäglich auf die Hornisgrinde und störe mich überhaupt nicht an diesem Windrad, sondern freue mich wenn es sich dreht. Auch sehe ich trotzdem das Gebirge und die Wälder. Windräder sollten dort stehen, wo viel Wind weht. Ich frage mich, was ist denn wichtiger, umweltfreundlichen Strom zu erzeugen oder die Luft und das Klima zu zerstören.

Vielleicht wäre den Bauern eher geholfen, wenn sie an den Erträgen der Windrädern beteiligt würden, denn von der Landwirtschaft zu leben wird ja immer schwieriger und Strom verbrauchen wir alle. Wichtiger wäre mir eine Stellungnahme des SWV wie die Bauern überleben können.

Z.B. Aufruf an die Mitglieder, den Bauern bessere Preise zu bezahlen. Ich selbst bearbeite Reben in der Flurbereinigung in Bühlertal. Trotz dieser Monokultur ist dies als Landschaftsschutzgebiet deklariert. Deshalb kann ich nicht verstehen, dass dies ein Argument gegen das Windrad ist.

Einen höheren Stellenwert hat eindeutig die Bezeichnung Naturschutzgebiet.
Ich würde mir wünschen, dass der Schwarzwaldverein alles abwägen sollte und Kompromisse eingeht. Schönes Beispiel ist doch, dass Radfahrer und Wanderer aufeinander Rücksicht nehmen.
Alfred Dold, Eschbach, per E-Mail am 18. August 2020

Bezug nehmend auf Ihren Artikel in Ausgabe 03/2020 der Zeitschrift des Schwarzwaldvereins „Dem Springkraut zu Leibe rücken“ möchte ich hier eine andere Sichtweise aufzeigen:

Balsaminen – Balsam für die Bienen... oder Kriegserklärung gegen eine eingewanderte Pflanze?

Die Balsaminen (Indisches Springkraut) sind, aus dem Himalaya stammend, vor rund 150 Jahren bei uns eingewandert. Sie haben sich, wie viele andere Pflanzen auch, bei uns verbreitet und schmücken nun im Spätsommer und Herbst bisher meist unbeachtete Straßenböschungen, schattige „Löcher“ und Bachufer.

Sie sind ein wahres Paradies für Bienen und andere Insekten. Unsere oft ausgeräumte Landschaft macht es den Bienen schwer, im  Spätsommer und Herbst genügend Pollen (Eiweiß) und Nektar zu finden. Die Bienen können bei Pollenmangel den Winter nicht überstehen, der Imker hat für Pollen keinen Ersatz zu bieten. Jedes Bienenvolk braucht ca. 40 kg Pollen pro Jahr. Welch ein Segen ist da um diese Jahreszeit das Indische Springkraut, die Balsaminen. Nicht nur den köstlichen Honig verdanken wir den Bienen, vor allem ihre Bestäubungsleistung an Kultur- und Wildpflanzen ist ein unermesslicher Dienst an der Natur. Die dadurch reifenden Samen und Früchte sind wiederum Lebensgrundlage für Pflanzen, Vögel und andere Tiere. Somit verdrängt das Springkraut nicht nur andere Pflanzen, sondern trägt auch dazu bei, dass die Vielfalt in unsere Natur erhalten bleibt. Die Bekämpfung der Balsaminen ist deshalb auch unter Biologen umstritten.

Zur Zeit aber schwappt eine Welle der Feindschaft gegen diese schöne Pflanze über uns. Eine Art Modehass wird in Zeitungen und Zeitschriften geschürt. Auch der Schwarzwaldverein hat sich z.T. davon anstecken lassen. Die meisten Menschen sind so weit weg von den Geschehnissen in der Natur, dass sie sich nicht selbst durch eigene Beobachtungen ein Urteil bilden. Vieles wird ungeprüft und undifferenziert übernommen. Immer mehr Wanderer trifft man, die meinen, etwas Gutes zu tun, wenn sie bei ihren Wanderungen Balsaminen ausreißen. Darüber, das Zerstören der Pflanzen als „attraktiv“ und „neuen Sommersport“ zu bezeichnen, kann man nur den Kopf schütteln.

Es gibt nur wenige Flächen, wo es Sinn macht, das Springkraut zu bekämpfen (z.B. in der immer wieder genannten Wutachschlucht). Aber diese apokalyptische Darstellung, das Springkraut würde die Artenvielfalt im Schwarzwald bedrohen, ist grotesk und völlig überzogen! Denn überall in unserer Kulturlandschaft, wo gemäht oder beweidet wird – auch in Naturschutzgebieten – hat das Springkraut keine Chance, sich zu verbreiten, da es einjährig ist, sich jedes Jahr neu aussamen muss und von Weidetieren gefressen wird. (Ich selbst mähe im Auftrag der Naturschutzbehörde zwei Naturschutzgebiete und habe einen kleinen Berghof im Schwarzwald.) Durch meine jahrelange Beobachtung kenne ich inzwischen sogar viele Stellen, wo das Springkraut ohne Zutun weg bleibt oder immer weniger wird. Meist stellen die Balsaminen eine Bereicherung der Pflanzenwelt dar, nicht eine Verarmung.

Ich ermuntere Sie, sich selbst ein Urteil zu bilden! Beobachten Sie, wo Balsaminenbestände sind: Verdrängen sie dort wirklich wertvolle andere Pflanzen? Was wächst daneben? Sind die Alternativen nicht meist Pflanzen, die nicht in ihrer Existenz bedroht sind, wie Brennnesseln, Brombeerdornen und Farn? Beobachten Sie an einem frühen Spätsommermorgen das Paradies für Bienen und Co.!

Suchen wir Feinde in der Natur oder sollten wir uns nicht lieber auf die Schönheiten konzentrieren? Dürfen wir uns anmaßen, so im Vorbeigehen auf fremdem Eigentum Pflanzen auszureißen? Sollten wir auch nicht heimische Fichten und Douglasien ausreißen, die in viel größerem Ausmaß heimische Pflanzen verdrängen? Oder warum das eine und das andere nicht? – Täten wir uns und unseren Kindern nicht viel mehr Gutes, mit ihnen gemeinsam zu beobachten, welche Insekten die Blüten besuchen, wie vom Pollen weiß bepudert sie herauskommen, ihren interessanten Bestäubungsmechanismus und das Springen der Samen miteinander zu bestaunen?

Als Imker und langjähriges Schwarzwaldvereinsmitglied rate ich dringend dazu an, als Naturfreunde etwas kritischer und vor allem differenzierter zu urteilen. Es sind sicher nur wenige Plätze, wo diese so nützliche und wunderschöne Pflanze schadet. Halten wir sie dort in Zaum und freuen wir uns sonst mit Bienen und Insekten an der lila Blütenpracht. Das ist Naturschutz mit Herz!