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LESERZUSCHRIFTEN HEFT 3 - 2015

Eine Region und ein Wanderverein unter Zertifizierungsdruck
Wanderwegezertifizierungen: Chance und Last für den Schwarzwaldverein?

 

Die Beitragserhöhung ist durch Gut besuchte und erfolgreiche Delegiertenversammlung in Gengenbach

 

Biosphärengebiet Südschwarzwald entsteht
Schwarzwaldverein beteiligt sich an der Ausgestaltung

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Wolf Hockenjoos, per E-Mail am 30.11.2015

„Wir wollen keine Aufspaltung, sondern ein konstruktives Miteinander“. (Überschrift über einen Beitrag von Mirko Bastian in Der Schwarzwald 3/2015: „Reaktionen auf das vorsichtige Umdenken beim Thema Mountainbike“))

Der Schwarzwald, die Zeitschrift des Schwarzwaldvereins, des ältesten und zweitgrößten deutschen Wanderverbands, hatte 2015 in ihrem Frühjahrsheft die knapp 70.000 Mitglieder  zu vorsichtigem Umdenken in Sachen Mountainbike ermuntert, beginnend beim Editorial der Schriftleiterin, alsdann über fünf Beiträge hinweg. Denn es winken im Schwarzwald neuerdings, wie der Leser erfährt, „Deutschlands modernstes Mountainbike-Beschilderungskonzept“, der „Hochschwarzwald-Gipfeltrail“ und eine „marktgerecht erneuerte MTB-Konzeption“, die unter sportwissenschaftlicher Betreuung in Arbeitskreisen ausgetüftelt worden war. Die umstrittene Zwei-Meter-Regelung des Landeswaldgesetzes, eine baden-württembergische Spezialität, wonach Radfahren im Wald nur auf über 2 m breiten Wegen erlaubt ist, war zwar im vorigen Jahr vom Petitionsausschuss des Stuttgarter Landtags noch einmal gegen heftigste Widerstände der Fahrradverbände bestätigt worden. Wer von den Volksvertretern die Regelung verteidigte, musste freilich gewärtig sein, im Netz damit einen heftigen Shitstorm zu entfesseln. Doch selbst nach Einschätzung der Verbandsspitze der Wanderer-Lobby wird die – von den Förstern ohnehin kaum kontrollierbare – gesetzliche Einschränkung mittlerweile als Auslaufmodell betrachtet. Wo sich die Konflikte zwischen Fußgängern und Bikern doch bislang, wie argumentiert wird, in Grenzen gehalten haben.

Die Reaktionen der Mitglieder auf den neuen Verbandskurs sollen, alles in allem, eher moderat ausgefallen sein, folgt man den Ausführungen im nächstfolgenden Heft  (Der Schwarzwald 3/2015). Der Bericht des Hauptgeschäftsführers (s. o.) wird illustriert durch ein Foto von der Präsentation der neuen Beschilderung, einer gelben Markierungsscheibe, auf der sich ein Wanderer und ein Mountainbiker unter dem Slogan „Gemeinsam Natur erleben“ begegnen, ausgedacht im Rahmen einer „Toleranz-Kampagne“ der Protagonisten des neuen Konzepts: Schwarzwald Tourismus Gesellschaft, Schwarzwaldverein, beide Schwarzwälder Naturparke, ForstBW (der bad.-württ. Forstverwaltung) sowie drei Rad- und Mountainbike-Verbände. Kritiker und deren Argumente kamen allerdings auch in diesem Heft nicht zu Wort: Mag sein, weil man beim Schwarzwaldverein befürchtete, sie könnten der verbandsübergreifenden Eintracht abträglich sein. Oder weil der Schwarzwaldverein sich nicht dem Verdacht touristischer Rückständigkeit, gar der geschäftsschädigenden Verweigerungshaltung ausgesetzt sehen wollte. Womöglich, weil in den Ortsgruppen des Verbands, im Gegensatz zu den dynamischen Trendsportarten, Überalterung droht und man sich um den Nachwuchs und die Mitgliederentwicklung Sorgen macht?

Darf man, muss man überhaupt, nachdem nun bereits die ersten 140 Kilometer des Gipfeltrails markiert und medienwirksam eröffnet worden sind, noch seinen Senf dazugeben? Wenn es einen graust vor der sich auf dem Wanderwegenetz, speziell auf den von Wanderern besonders geschätzten schmalen Fußpfaden, abzeichnenden Entwicklung? Soviel ist immerhin absehbar: Der Schwarzwald, Deutschlands größtes Wald- und klassisches Wandergebirge, wird sich verwandeln, es wird unruhiger werden. „Der Gipfeltrail Hochschwarzwald“, so ist auf www.schwarzwald-outdoor.de und www.gipfeltrail.de, nachzulesen, „verspricht knackige Steigungen, rasante Abfahrten und ein wunderschönes Naturerlebnis.“ Klar, dass dabei auch der Spaßfaktor nicht zu kurz kommen darf, denn „Unterschiedlichste fahrtechnische und konditionelle Ansprüche werden auf schmalen Pfaden befriedigt.“  

Erst unlängst war mir im Karkessel eines Hochschwarzwälder Bannwald- und Naturschutzgebiets ein Mountainbiker begegnet, der soeben den felsigen Zickzackpfad (mit Seilgeländer, Steg über den Wasserfall und gusseisernen Treppenstufen) talwärts bewältigt hatte. Ihn hatte ich freundlich-höflich auf die Zweimeter-Regelung des Waldgesetzes angesprochen, nachdem er knapp vor mir zum Halten gekommen war. Schließlich bin ich ja nicht nur ein Berufsleben lang Forstmann gewesen, sondern habe auch noch immer ein Herz fürs sportive Biken, wo doch auch bei mir zuhause neben dem Rennrad ein als Trainingsgerät vielbenutztes stollenbereiftes MTB in der Garage steht. Im Lauf der Jahrzehnte, spätestens seit jenen schneearmen  Wintern der 1990er Jahre, sind damit fast ebenso viele Höhenmeter wie Kilometer zusammengekommen, ein paar Purzelbäume  inklusive. Wiewohl ich mich damit (ich schwör´s!) in aller Regel auf Waldwegen von über zwei Meter Breite (auf „langweiligen Forstautobahnen“ in der Diktion der Biker-Szene) fortzubewegen pflege,  die doch auch dem Ausdauertrainiertesten jede Menge Schweiß abverlangen können – und das nicht nur jenseits der 10 Prozent Steigung. Nicht weniger als 87.000 Kilometer Forstwege stehen den Radlern allein in Baden-Württemberg zur Verfügung, so hatte Forstminister Bonde unlängst im Petitionsausschuss noch zugunsten der Zweimeter-Regel argumentiert, was ausreicht für zweimal rund um den Äquator! Doch wo, bitteschön, bleibt hier der „Spaßfaktor“?

Unrechtsbewusstsein hatte ich bei dem von mir in flagranti angesprochenen Mountainbiker  ohnehin nicht erwartet, wiewohl er mir auf Anhieb keinen unintelligenten, ganz und gar uneinsichtigen Eindruck machte. Er habe da oben halt kein Verbotsschild vorgefunden, war seine entwaffnende Antwort; sprach´s und setzte  grüßend seine holprige Fahrt über Stock und Stein fort. Eine Miniaturkamera hatte er jedenfalls nicht auf den Helm montiert,  so wie etwa die Freaks von der Black Forest Bike Compilation Go Pro HD auf YouTube. Wer deren Auftritt im Netz anklickt, bekommt einen Eindruck vom Nervenkitzel, vom Flow der Akteure auf Singletrails – inklusive Lustschreien und zur Seite springenden Fußgängern, gar mit unfreiwilligen Abstiegen über die Lenkstange.

Wer sich im Netz so produziert, vertritt eine (gemessen an den gigantischen Verkaufszahlen der Fahrradbranche) eine kleine, wenn auch gewiss ausbaufähige, freizeitsportlich wie fahrtechnisch ambitionierte Minderheit – eine zwar vorwiegend jugendliche, touristisch dennoch heftig umworbene Klientel. Ob man der nicht doch besser in Siedlungsnähe einen Trainingsparcours anbieten sollte, mag sich der Fußwanderer naiverweise fragen,  hübsch selektiv mit variablen Schwierigkeitsgraden der Downhill-Passagen, tunlichst auch geschützt vor der kriminellen Energie militanter MTB-Gegner, wie sie neulich im Freiburger Stadtwald Negativschlagzeilen machten. Denn Singletrails, das werden auch deren lautstärkste Befürworter einräumen, taugen nun einmal nur sehr bedingt zum Naturgenuss: Ohne höchste Konzentration auf Schotter, Schwellen, Wurzeln, Spitzkehren und Sturzräume lassen die sich kaum bewältigen – bergab wie bergauf.

Das Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL (20/2015), immer am Puls der Zeit, hat kürzlich in gewohnt süffiger Weise einen Blick auf die Zukunft der MTB-Mobilität geworfen. Unter der Überschrift „Doping aus der Steckdose“ wird der boomende Markt der E-Bikes betrachtet, der neuerdings mehr und mehr auch die MTB-Szene erfasst hat. Während bislang steile Wanderwege den Athleten vorbehalten geblieben seien, wirke die Unterstützung von 250 Watt Motorleistung „wie ein plötzliches Ausknipsen der Schwerkraft“. Der neue Jugendkult ums E-Bike wirke nicht nur bizarr in einer alternden Gesellschaft – vor allem berge er Risiken. „Ist die beschauliche Bergwelt“, so wird gefragt, „endgültig ruiniert, wenn jeder Hallodri stromgedopt durchs Gehölz pesen darf? Obendrein müsse der Sonntagsradler, der grinsend den Berg emporschießt, auch sicher wieder runterkommen.“ Der Trend des E-Bike-Marktes „weg aus der Geriatrieecke“, die Beflissenheit der Hersteller, den „Muff vom Oparad“ abzustreifen, bekomme etwas Beklemmendes, betrachte man die steigenden Unfallzahlen. Die seien freilich weniger darauf zurückzuführen, dass die Pedelecs so gefährlich wären, wird der Leiter der Unfallforschung der Versicherer, Siegfried Brockmann, zitiert, sondern weil sich immer mehr davon auf schlechten Wegen drängeln. „Es gibt keinen Grund, diesen Fahrzeugtyp zum Problem zu erklären, aber gute Gründe, breitere Radwege anzulegen.“ Da will einem doch die vielgeschmähte Zwei-Meter-Regelung schon fast wieder futuristisch, ja, zukunftsweisend erscheinen, jenes Kuriosum, das zwar noch immer im Waldgesetz (§ 37) steht, durch die „normative Kraft des Faktischen“ jedoch längst überrollt und außer Kraft gesetzt zu sein scheint!

Ob man denn wohl im Zuge der Toleranz-Kampagne der Arbeitskreise und im Bemühen um ein konstruktives Miteinander neben der radsportlichen Gegenwart auch ein bisschen die Zukunftsentwicklung der MTB-Mobilität im Blick gehabt hat? Anstatt die Zweimeter-Regelung des Waldgesetzes dem Zeitgeist zu opfern und vollends auszuhebeln, wäre es – vor dem Hintergrund des neuen E-Bike-Booms – zweifellos ratsam gewesen, die Ausweisung von Singletrails neu zu überdenken. Dass nun auf deren Beschilderung die Standortskoordinaten und Rufnummern für allfällige Rettungseinsätze der Bergwacht vermerkt sind, ist ein eher fragwürdiger Service, erzeugt er  doch (vergleichbar dem Handy-Alpinismus) ein trügerisches Sicherheitsgefühl, sodass auch fahrtechnisch heillos überforderte Enthusiasten angelockt werden. Die von den Initiatoren so hoch gelobte, sportwissenschaftlich abgesicherte Harmonie bei der Erarbeitung des neuen Konzepts könnte sich so alsbald als touristische Fehlkalkulation erweisen; nicht etwa nur, weil man sich in den Schwierigkeitsgraden vergriffen und die Unfallgefahren unterschätzt hat, sondern vor allem, weil die rasante E-MTB-Entwicklung nicht vorausbedacht worden ist. Und weil sich unliebsame Begegnungen mit jener anderen Klientel, den Fußwanderern, zusehends häufen werden.

Der Schwarzwaldverein vertritt nicht nur die Interessen der Wanderer. Als gesetzlich anerkannter Naturschutzverband hat er sich heute, wie auch schon zuvor in seiner 150jährigen Geschichte, mit dem Gewicht seiner 70.000 Mitglieder für Natur- und Landschaftsschutz einzusetzen. Da ist es umso unerfindlicher, weshalb im Falle des neuen MTB-Konzeptes die Absprache mit der Basis, dem örtlichen Naturschutz wie mit der Jägerschaft, ganz offensichtlich auf der Strecke geblieben ist. Geklagt wird seither über den immensen Zeitdruck bei der Umsetzung wie über den Druck von Bürgermeistern und der quirligen Tourismus GmbH. Gerade die bewaldeten Gipfellagen zählen vielerorts zu den besonders sensiblen Bereichen, zum  Lebensraum störungsempfindlicher Wildtierarten. Buchstäblich unter die Stollenreifen könnte hier der Auerwildschutz geraten: Wie verzweifelt  Vogelschützer, Jäger und Forstleute gegen sein Aussterben auch ankämpfen mögen, die Bestandszahlen des „Charaktervogels des Schwarzwalds“ brechen vor allem im Süd- und Mittelschwarzwald weiter ein, wiewohl gerade ihm zuliebe um die Jahrtausendwende noch großräumige EU-Vogelschutzgebiete ausgewiesen worden sind. Doch die werden sowohl von Trendsportlern und Event-Veranstaltern wie auch von Windkraftplanern nur höchst widerwillig als Tabuzonen respektiert. Wo doch das Auerhuhn, jedenfalls aus der Sicht der Macher, eh zuallermeist nur vorgeschoben (instrumentalisiert) wird, um desto ungestörter jagen oder missliebige Planungen ausbremsen zu können. Als ob im Schwarzwald neben dem Höfesterben nicht längst auch ein Gasthofsterben zu beklagen wäre. Und als ob die Tourismusregion nicht gut beraten wäre, um jeden Gast zu kämpfen, mag der – Jugendkult, Spaßfaktor, Störungen hin oder her – noch so unsensibel durch die zur Sportarena umgewidmeten Wälder preschen. Mythenreicher Schwarzwald, Wanderparadies mit weltweitem Bekanntheitsgrad – ade! Auf deinen Wanderpfaden und über allen Gipfeln ist Unruh…

Wolf Hockenjoos
Werner Schicht, Steegen, 15.11.2015, per E-Mail:

Ich komme jetzt erst dazu, mich zu Ihrem Artikel "kontra" in Heft 3/2015 des Schwarzwaldvereins zu äußern; und zwar positiv.
Ich war von 1999 bis 2006 Wegewart in der Ortsgruppe Dreisantal-Kirchzarten und wurde somit gleich mit der Planung des neuen Wegesystems gefordert. Die Planung habe ich weitgehend selbständig durchgeführt. Ich freue mich über Ihre Meinung, daß ein Stück Weg auch mal über Asphalt oder auf einer Forststraße verlaufen muß. Daran ging auch bei unserer Planung kein Weg vorbei, wobei ich sogar der Meinung bin, daß zum Beispiel der Dr. Ganter-Weg vom Rinken zur Hinterwaldkopfhütte für ältere Spaziergänger oder Familien mit Kinderwagen ideal ist. In diesem Sinne wünsche ich mir weiter so kritische Bemerkungen zu den "Premium-Zertifizierungen" ohne die es scheinbar nicht mehr geht, ganz zu schweigen von den unzähligen "Steigen"!

Mit freundlichen Grüßen,
Werner Schicht
Martin Schistl, Müllheim, 23.9.2015 per E-Mail:

Als Familien-Mitglied des SWV Müllheim seit 28 Jahren bin ich entsetzt über die Kommerzialisierung des "Volkssports Wandern".
Es geht nur noch um das liebe Geld, egal, was dabei auf der Strecke bleibt! Persönlich glaube ich nicht, daß die "Marke Schwarzwaldverein" dies zum Überleben nötig hat. Weiterentwicklung ist notwendig, aber nicht in die falsche Richtung. Ich bin nicht grundsätzlich gegen eine sinnvolle Zertifizierung, aber nicht unter mehrheitlich kommerziellen  Gesichtspunkten!
Insofern sprechen mir die Artikel von Herrn Mutter und Herrn Seyl aus der Seele!!!

Freundliche Grüße
Martin Schiestl, Müllheim

P.S. Was der SWV in den letzten Jahren in Sachen Wegekennzeichnung geleistet hat ist einmalig. Ein super System, das sich nicht (mehr) hinter der ebenfalls vorbildlichen Wegemarkierung der Schweiz verstecken muss. Herzlichen Dank für Ihre tolle Arbeit.
Lothar Pforte, Kirchzarten, 19.9.2015, per E-Mail:

Zertifizierung von Wanderwegen aus anderer Perspektive.
Zertifizierten Wanderwegen wird zur Zeit große Aufmerksamkeit gewidmet. Landauf, landab sind sie in aller Munde und vielerorts scheint eine fieberhafte Suche nach weiteren (möglichen) zertifizierungswürdigen Wanderwegen ausgebrochen zu sein.
Den Prädikatswegen eilt der Ruf großer Erlebniswerte voraus. Sie müssen immer bestens begehbar und zweifelsfrei markiert sein. Man stelle sich vor, welcher Betreuungsaufwand bei diesem Qualitätsanspruch nötig ist.
Bei allen Wegewarten des Schwarzwaldvereins müssten spätestens jetzt die Alarmglocken läuten, denn der prokla-mierte Qualitätsanspruch ist eine Herausforderung, die bei den heutigen Rahmenbedingungen kaum zu erreichen, bzw. zu halten ist.
Wie soll das beispielsweise geschehen bei üblichen 3-Monatsfristen für Ersatzlieferungen  von Wegweisern – undenkbar. Niemandem von der Touristikbranche werden diese Wartezeiten vermittelbar sein, und sie werden entsprechenden Druck auf den Schwarzwaldverein ausüben.
Steuern wir also auf eine 2-Klassen Wegebetreuung zu, bei der die zertifizierten Wege bevorzugt bedient werden? Abwegig scheint diese Befürchtung nicht zu sein, sie wäre fatal.
Denn ohne gut betreute Wanderwege in der Fläche ist die Wanderregion Schwarzwald nicht das, was die Touristikbranche verspricht.

Übrigens dürfen wir gespannt sein auf die nächste Innovation, wenn die PR- Premiumwege nicht mehr ziehen. Der Touristikmarkt ist unersättlich und erfinderisch. Die Belastbarkeit des Wegeleitsystems dagegen scheint nicht unendlich zu sein, auch nicht die der Wegewarte.

Apropos, in der Praxis ist die Unterstützung und Ausstattung der Wegewarte dürftig und nicht zeitgemäß. Noch heute gibt es Ortsgruppen ohne Betreuungsverträge und ohne Regelungen einer auskömmlichen Kostenerstattung. Folglich tragen manche Wegewarte ihre Betreuungskosten immer noch selbst, obwohl „das Einbringen eigener Finanzmittel nicht gewollt ist“.

Das ist bemerkenswert in einer Zeit, in der Premiumwege, Themenwege und Geniesserpfade im Überfluss kreiert werden! Zumindest eine Gleichstellung der Wegewarte zwischen Bezirken und Ortsgruppen hinsichtlich einer einheitlichen Kostenerstattung wäre eine gerechte und längst fällige Maßnahme.

Nötige und wünschenswerte Vorschläge unsererseits für eine zeitgemäße und effektivere Wegebetreuung, die auch die  Hauptgeschäftsstelle entlasten könnten, haben keinen Widerhall gefunden und sind bis heute unbeantwortet geblieben. Die Gründe hierfür sind so unverständlich wie unergründlich und bieten allen Spekulationen freien Raum.

Fazit: Der Beitrag ist der Hinweis darauf, dass einerseits eine galoppierende Entwicklung der Vermarktung des Schwarzwaldes stattfindet, ohne gebührende Unterstützung und Förderung der Basis andererseits, der die Kontrolle  und Pflege der Wegweisung und Sicherstellung der Begehbarkeit überlassen bleibt.

Vielleicht bewirkt er auch ein Nachdenken über mögliche Veränderungen zu einer effektiveren Wegebetreuung.

Ein Motivationsschub für Wegewarte, zur Unterhaltung eines Wegeleitsystems das bereits in die Jahre gekommen ist, wäre allemal vernünftig und geboten.

Lothar Pforte
Bezirkswegewart
Klaus zum Felde, Klekheim, 14.8.2015 per E-Mail:

Sehr geehrte Frau Hennicke,

seit mehr als 40 Jahren bin ich Mitglied des Schwarzwaldvereins in der Ortsgruppe Karlsruhe und habe sehr viele Wanderungen im Nordschwarzwald (Herrenalb bis Freudenstadt, Baden Baden - Wildbad) aber auch im Südschwarzwald (Feldberggebiet und Wutschschlucht - Hotzenwald - Standquartier Göschweiler im Hirschen - schon länger her!) unternommen. Und ich habe alle Beiträge zum Thema Wege in der neuen Zeitung 3/2015 geradezu verschlungen.

Vieles hat sich bezüglich der Ansprüche und Erwartungen an Wege sehr verändert. Aber was ich heute immer noch schmerzlich vermisse ist eine akzeptable Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel, um nicht darauf angewiesen zu sein, nur Rundwanderungen planen und durchführen zu können. Etliches hat sich schon gebessert. Aber Lücken sind geblieben. Als gutes Beispiel kann ich da nur auf das Verkehrsnetz im Oberallgäu verweisen, wo insbesondere im südlichen Teil meist im Stundentakt Busse, aber auch Eisenbahnen genutzt werden können; zumal auch mit verbilligtem Urlauber-Ticket (Allgäu-Walser-Card). Das ist im Schwarzwald schon deutlich schwieriger.

Ich habe heute noch einmal im Internet nachgeschlagen: Tour Bus von Lenzkirch - Einstieg Lothenbachklamm - dann Klamm abwärts -  Wutachschlucht - Gauchachschlucht - Ausstieg nach Döggingen oder nach Bachheim - Rückfahrt mit Zug nach Neustadt - Bus zurück nach Lenzkirch. Es geht, aber da kommt Freude auf, wenn man sich durch alle Fahrpläne durchgearbeitet hat und die Verbindungen dann auch pünktlich erreicht!

Die gute Vernetzung öffentlicher Verkehrsmittel mit Wegeangeboten ist vor allem für uns Ältere wünschenswert. Wenn Regionen Wanderwege planen, sollten sie auch darauf ein Auge haben.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus zum Felde
Herbert Kiefer, Todtmoos, 14.8.2015, per E-Mail:

Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr aufmerksame habe ich als langjähriges Mitglied des Schwarzwaldvereins die Ausgabe 3/2015 der Schwarzwaldvereins-Zeitschrift “Der Schwarzwald” gelesen und mich über Beiträge bzw. die Erwähnung von Todtmoos gefreut.

Gestatten Sie mir allerdings auch einige kritische Anmerkungen:

1. Als sehr gelungen möchte ich die Aufnahme des Westwegportals am Weißenbachsattel bezeichnen, übrigens das einzige Portal an der Ostvariante des Westwegs.

2. Etwas verwundert war ich über die Ausführungen von Herrn Manfred Mutter, den ich persönlich kenne und schätze zum Thema “Was erwartet der Wanderer vom Weg”.
Gerade Herrn Mutter, als alteingesessenen Hotzenwälder müsste doch bekannt sein, dass die Todtmooser Einwohner im Volksmund “Lebküchler” genannt werden und der Name “Lebküchlerweg” für den Premiumwanderweg sehr bewusst gewählt wurde (im Übrigen nach einer Umfrage aufgrund von Vorschlägen aus der Einwohnerschaft) – insofern ist der Wegname sehr wohl ehrlich gemeint, führt der Premiumwanderweg doch durch einzigartige, abwechslungsreiche Orte im “Lebkuchenland”.
Sehr wohl gab es in Todtmoos Bedarf, zusätzlich besondere Wanderwege neben denen des Schwarzwaldvereins auszuweisen und eine Reduzierung sollte keinesfalls vorgenommen werden – gerade die von Herrn Mutter fehlenden oder kaum vorhandenen Befragungen von Touristen und Tagesgästen haben uns dazu veranlasst; die  Förderbedingungen sind dabei zweitrangig, die Wünsche der Gäste gilt es aufzunehmen und umzusetzen und die Rückmeldungen der Touristen waren in der Vergangenheit stets positiv. Auch Herr Mutter sollte irgendwann die Gegebenheiten in Todtmoos und anderen Tourismuskommunen akzeptieren.

3. Beim Bericht “Himmelsliegen, Aussichtspunkte und Waldschaukeln” beginnt der 2. Absatz “Abstecher zum Hochkopf” mit dem Hochkopfhaus, als einziger Einkehrmöglichkeit, was unzutreffend ist, weil ganz einfach das Hotel Rößle in Strick vergessen wurde -  einfach schade.

4. Entgegen der Aussage von Herrn Lutz zum Thema “Biosphärengebiet” hat sich der Todtmooser Gemeinderat zumindest bisher nicht egen einen Beitritt zum geplanten Biosphärengebiet ausgesprochen, tendenziell war die Haltung im Gemeinderat bislang mehrheitlich für einen Beitritt.
Für eine Weitergabe meiner Einschätzung an die Berichterstatter wäre ich Ihnen dankbar.

Mit freundlichen Grüßen
Herbert Kiefer
(Altbürgermeister Todtmoos)
Waltraud Günther, Glatten, 18.8.2015, per E-Mail:

Mit Befremden lese ich in der neuen Vereinszeitschrift sowohl auf der Titelseite als auch als Überschrift zur Hauptversammlung: "Die Beitrags Erhöhung ist durch" . Ist dies wirklich das zur Zeit wichtigste Thema?
Sollte nicht eher thematisiert und diskutiert werden, dass jährlich 1500 Mitglieder den Verein verlassen und welche Massnahmen hier greifen könnten ? Augen zumachen war noch nie wirklich lösungsorientiert.

Waltraud Günther
Langjähriges Mitglied der eben aufgelösten Ortsgruppe Glatten
Janette Fuchs, Todtmoos, 20.8.2015, per E-Mail:

Sehr geehrte Damen und Herren,
 
in der letzten Ausgabe war aus dem Bericht von Herrn Peter Lutz (Biosphärengebiet) zu entnehmen, dass der Todtmooser Gemeinderat sich aufgrund einer Bürgerinitiative gegen einen Beitritt zum Biosphärengebiet entschieden hätte. Diese Aussage ist falsch! Bis zum heutigen Tag ist die Haltung des Gemeinderats mehrheitlich für einen Beitritt. Ich bitte Sie, dies Herrn Peter Lutz mitzuteilen. Der Bericht hat im Ort für Verwirrung gesorgt.
 
Mit freundlichen Grüßen aus Todtmoos
Janette Fuchs
Bürgermeisterin

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