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Meldung vom 20.05.2019


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Der Schwarzwald braucht „Orte der Stille“

Rund 120 Experten, Betroffene und Interessierte diskutierten in Bernau über Verkehrslärm: Kaum hat das Frühjahr begonnen, sind auch die Motorräder wieder auf den Schwarzwälder Straßen unterwegs. Die einen haben nun ihren Spaß an den engen Kurven und knackigen Steigungen, die anderen fühlen sich um ihre Ruhe gebracht.

Im Rahmen einer Tagung der Akademie für Natur- und Umweltschutz Baden-Württemberg am Freitag, 17. Mai 2019, in Bernau im Schwarzwald wurde das Problem von unterschiedlichsten Seiten beleuchtet.

Mit Blick auf andere Regionen entwickelten die etwa 120 Teilnehmenden Ansätze zu einer Verbesserung der Situation. Das Fazit der Tagung lautet: Die Lärmbelastung im Schwarzwald ist vielerorts grenzwertig, Anwohner und Besucher sind nicht länger bereit, diesen Lärm hinzunehmen. Dabei geht es nicht darum, Motorradfahrer aus dem Schwarzwald zu vertreiben, sondern es geht um eine rücksichtsvolle Fahrweise. Wünschenswert wäre außerdem, dass es im Schwarzwald auch Gebiete gibt, die man völlig ohne Motorengeräusche erleben kann. Mehrfach wurde der klare Auftrag an die Politik formuliert, sich dieser Missstände anzunehmen.

Wie drängend das Problem ist, wurde bereits daran deutlich, dass sich an der Initiative des Naturschutzzentrums Südschwarzwald dieser Veranstaltung das Biosphärengebiet Schwarzwald, der Nationalpark Schwarzwald, die beiden Naturparke im Schwarzwald und der Schwarzwaldverein als Kooperationspartner beteiligten.

Schwarzwaldvereins-Präsident Georg Keller sieht den Tourismus im Dilemma,  weil auch Biker Teil des Tourismus sind und nicht einfach ausgegrenzt werden können. Aber: „Lärmarmut und Ungestörtheit sind ein berechtigter Anspruch der Einwohner des Schwarzwaldes und der Touristen“ so Georg Keller, der Lösungen fordert, damit einzelne motorisierte Lärmverursacher nicht auf Kosten der anderen ihre Lust auslebten.

In der abschließenden Diskussion wie auch auf Pinnwänden forderten zahlreiche Gäste, dass möglichst umgehend effektive Maßnahmen ergriffen werden sollten. Es müsse im Schwarzwald Naturräume und Wohngebiete geben, die lärmfrei erlebbar sein müssten, an Hotspots müsse viel intensiver als bisher kontrolliert werden. Auch die Sperrung bestimmter Streckenabschnitte für Motorräder dürfe kein Tabu sein, ebenso müsste konsequenter gegen Manipulationen vorgegangen werden. Nicht nur die bereits bestehenden Bürgerinitiativen sollten sich für das weitere Vorgehen vernetzen, sondern ein Zusammenschluss mit anderen Institutionen sei wünschenswert. Auch die Bildung eines landkreisübergreifenden Arbeitskreises wurde angeregt. Ein Anschluss des Schwarzwalds an die Eifeler „Silent-Rider“-Kampagne wurde ausdrücklich befürwortet.
An die Landesregierung erging der klare Auftrag, sich stark zu engagieren, um die Forderungen in Richtung Bundesregierung zu transportieren. Diese müsse dann auf EU-Ebene die Umsetzung vorantreiben. Die Anwesenden waren sich einig, dass sämtliche Ansätze nur mit Einbindung der Motorradfahrer Erfolg versprächen. Man müsse auch weiterhin miteinander, nicht übereinander sprechen. Allerdings wurde auch darauf hingewiesen, dass keineswegs nur Motorradfahrer für unnötigen Lärm verantwortlich seien, sondern auch andere Motorsportler wie beispielsweise manche Autofahrer oder Motorflieger.


Zum Foto oben: Die Veranstaltenden der Tagung waren mit dem Ablauf hoch zufrieden. Von links nach rechts: Dr. Wolfgang Schlund (Leiter Nationalpark Schwarzwald), Dr. Stefan Büchner (Leiter Naturschutzzentrum Südschwarzwald), Roland Schöttle (Geschäftsführer Naturpark Südschwarzwald), Yvonne Flesch (stellvertretende Geschäftsführerin Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord), Walter Kemkes (Geschäftsführer Biosphärengebiet Schwarzwald), Georg Keller (Präsident Schwarzwaldverein).

Mehr Info: Zur vollständigen Pressemitteilung des Naturparks Südschwarzwald (20.5.2019)

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